Dunkles Argentinien

Von einem deutschen Flugzeugbauern aus dem dritten Reich
und einer strahlenden Insel

Während und auch nach dem Zweiten Weltkrieg war Argentinien eine beliebte Anlaufstelle für Wissenschaftler:innen und Ingenieur:innen aus dem Dritten Reich, denen die damalige argentinische Regierung unter Präsident Juan Domingo Perón bereitwillig Einlass gewährte.

So kam es, dass Kurt Tank, der für die Nazionalsozialisten Flugzeuge entwarf und selbst Ende der 1940er Jahre unter falschem Namen nach Argentinien einreiste, der Regierung den österreichischen Physiker Ronald Richter empfahl, um das Land an die Spitze der weltweiten Energieversorgung zu bringen – mittels Kernfusion.

Ronald Richter startete daraufhin einen der größten Betrugsfälle der Welt: Er ließ sich auf der Insel Huemul im See Nahuel Huapi Lagerhäuser, einen Reaktor, Labore, ein Haus, Küche und Kantine errichten und verkündete schließlich Anfang 1951, dass ihm die Kernfusion gelungen sei – das allerdings stellte sich kurze Zeit später als leere Behauptung heraus.

Dies hatte zur Folge, dass der Laborbestand beschlagnahmt wurde und führte letztendlich zur Aufgabe des Projekts Huemul, was wiederum die Verwahrlosung der Konstruktionen auf der Insel bedeutete. Jetzt wachsen Bäume durch längst verschwundene Dächer der Zwillingslabore. Einschusslöcher, die wohl bei späteren Schießübungen während militärischen Trainingseinsätzen entstanden, zieren die Wände von Richters Haus. Nur noch Ruinen erinnern an seine Geschichte.

Die Ausstellung war vom 29. Januar bis 3. März 2023 im kunSTück e.V. in der Rochusstraße 32 in 55116 Mainz zu sehen.